Die Lehrerinnen und Lehrer im Schiffer-Berufskolleg RHEIN bemühen sich um eine Erhöhung der kulturellen Kompetenz bei den Auszubildenden. Dazu finden unterschiedliche Veranstaltungen im und außerhalb des Unterrichts statt. Hierüber wird an dieser Stelle berichtet:Theaterbesuch des Kurses 241
"Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui"
Viele Schülerinnen und Schüler der Unter- und Oberstufen haben am 07.07.2011 die Gelegenheit genutzt, um sich im Theater Duisburg dem dreistündigen Schauspiel von Bertolt Brecht vollends hingeben zu können.
"Der Aufstieg des Arturo Ui" konnte dennoch nicht verhindert werden. Der Protagonist des Schauspiels Arturo Ui nutzte die schlechten Zeiten der Wirtschaftskrise, um sich durch Mord, Korruption und Terror persönliche Vorteile verschaffen zu können. Ein Parabelstück von Bertolt Brecht aus dem Jahre 1958, das unweigerlich Parallelen zu dem menschenverachtenden Verhalten von Hitler und Berlusconi erkennen ließ und die Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute in seinen Bann zog.
"Es war eine Bereicherung der ganz besonderen Art […]" und "[…] gerne wieder!" war das persönliche Fazit von vielen Schülerinnen und Schülern, die diese Chance genutzt hatten, um sich dem "Vorprüfungsstress" wenigstens ein paar Stunden entziehen zu können.

Lehrerin Frau Grohé, Lehrer Herr Lehmann und Schüler/innen des SBKR besuchen eine Theatervoratellung.

Schauspiel:
Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui
Dauer ca. 3 Stunden
Schauspielhaus Bochum
Aufhaltsam war er, der Aufstieg des Arturo Ui, und konnte dennoch nicht verhindert werden. Ein kleiner Gangster in schwierigen Zeiten, nicht mehr und nicht weniger ist er. Die Konjunkturkrise ist groß und die Wirtschaft verunsichert. Er nutzt die schlechten Zeiten, für sich. Korruption, Mord und Terror sind die Mittel, mit denen er die Stadt und die Händler in seine Hände bringt. Niemand stellt sich ihm entgegen, nichts kann ihm Einhalt gebieten.
Warum? Weil sie ihm glauben? Weil er sie überzeugt? Ihnen aus der Seele spricht? Weil er die Show beherrscht, am besten von allen? An wen denken wir heute, wenn wir Brechts Parabelstück aus dem Jahr 1958 lesen? An Berlusconi-Superstar oder an Hitler, dessen Karriere Brecht modellhaft nachzeichnet? Es ist nicht Hitler, der gewinnt, es sind die anderen in der Stadt und in der Politik, die verlieren. Sie verlieren ihre Glaubwürdigkeit und ihre Identität, ihre Ideen und Visionen. Es war nicht seine Stärke, sondern ihre Schwäche, die Hitler nicht aufhalten konnte.
