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KreuzerMarine

Die Deutsche Marine

Partner des Schiffer-Berufskolleg RHEIN


Sicherheit geht vor!


Berufsschüler des Schiffer-Berufskolleg RHEIN aus Duisburg-Homberg trainieren vom 14. bis zum 18. November 2011 bei der Einsatzausbildung-Schiffssicherung an der Marinetechnikschule in Neustadt

Der Schulleiter des Schiffer-Berufskolleg RHEIN, Dipl.-Ing. und Studiendirektor Hans-Günter Portmann, der als Reservist seit Jahren bei der Marine in Neustadt Übungen absolvierte, zeigte den Schülern vor Ort die Schiffssicherung näher bringen. Das Vorhaben unterstützten der Kommandeur, Kapitän zur See Metz und dessen Stellvertreter, Fregattenkapitän Sander

Am 14. November 2011 um 10.00 Uhr trafen die 13 Schüler der Oberstufe und der Schulleiter in Neustadt ein. Der Schlagbaum am Kasernenhof öffnete sich und die Schüler waren am neuen Unterrichtsort. Die Unterkünfte, im Offiziersheim, wurden schnell belegt, da von den Marinernder alles gut vorbereitet war. Der Leiter der Seeausbildung, Fregattenkapitän Sander, begrüßte die Schüler im Unterrichtsraum und stellte den Schülern die drei Ausbildern Hauptbootsmann Thesenvitz, Hauptbootsmann Sander und Oberbootsmann Maibohm-Liekefeld vor, die die Ausbildung in der Woche begleiten werden.

Die Besucher der Marine

Der Vormittag war mit ersten Erkundigungen verbunden. Die drei Bootsleute, die an den Tagen in Neustadt die Ausbildung durchführten, zeigten und erläuterten alle Ausbildungsstätten, die das Ausbildungszentrum in Neustadt zu bieten hat.

Unter der Überschrift, Schadensabwehrgefechtsausbildung, wird an der Lehrgruppe Schiffssicherung in Neustadt, täglich der Ernstfall mit den Besatzungsmitgliedern auf den Marineschiffen geübt. Der Auftrag, den das Ausbildungszentrum übernommen hat, lässt sich vereinfacht mit einem Satz umschreiben: "Den eingesetzten Soldaten soll das Selbstvertrauen vermittelt werden, damit sie befähigt werden auch in extremen Situationen Erfolg zu haben". Mit diesem Satz kann aber nur der Grundsatz formuliert werden, der von der Schule vermittelt wird.

Das Ausbildungszentrum der Marine hat seit seinem/seiner Bestehen/Gründung schon immer die Ausbildung in der Brandabwehr, Leckabwehr, ABC-Abwehr, dem Rettungs- und Bergungsdienst sowie die Ausbildung der Schwimm- und Schiffstaucher im Rahmen der lehrgangsgebundenen Individualausbildung durchzuführen. Dieser wurde zur umfassenden "Schadensabwehrausbildung" ausgeweitet. Hinzugekommen ist vor Jahren die Ubootrettungsausbildung. Dieser Ausbildungsauftrag wurde mittlerweile in dem sehr umfangreichen Paket der Schadensabwehrgefechtsausbildung als Teil der Einsatzausbildung für die Flotte eingegliedert und mit der Kurzbezeichnung SAGA umschrieben.

Ausstattung der Marineschule in Neustadt


Um die gestellten Aufgaben erfüllen zu können, wurde die Lehrgruppe im Laufe der Zeit mit vielen technischen Neuerungen ausgestattet. So befinden sich zur Zeit für die Ausbildung der Ubootfahrer, der Taucher, Taucherärzte und Tauchergehilfen zwei Tauchtöpfe auf dem Gelände. Einmal ein 32 m Tauchtopf, der z.B. einen simulierten Direktausstieg aus einem U-Boot, als angenommene Notsituation, möglich macht, sowie ein 10 m Tauchtopf für diverse andere Übungsabschnitte. Ein eigens erstelltes Wellenbad ermöglicht ein seegangsgetreues Üben mit Rettungsmitteln. In diesem Bad wird die Benutzung der Rettungsmittel bei Seegang geübt, aber auch die Taucher erleben in diesem Bad ihren ersten Ausbildungsversuch. Zwei Taucherschulboote befinden sich ebenfalls in Neustadt mit denen das Tauchen in der freien See geübt wird. Diese freien Übungen werden sowohl in der Neustädter Bucht wie auch in außerheimischen Gewässern, wie Bornholm, Norwegen oder gar im Mittelmeer gefahren.

Stationen der Sicherheitsübungen

Für den Bereich Leckabwehr hat die Schule ein eigenes Schiffssegment in einer Halle, das kurz mit TORSO bezeichnet wird, an dem die Leckbekämpfung im ersten Schritt im warmen Wasser mit Körpereinsatz geübt wird. Neben diesem Landübungsplatz und ersten gesammelten Erfahrungen in der Leckabwehr bietet die ehemalige Fregatte Köln einen naturgemäßen Übungsplatz. Mit richtigem und nicht vorgewärmtem Ostseewasser wird an Bord die Leckbekämpfung weiter vertieft.

Als Höhepunkt sehen die Ausbilder in Neustadt die Brandabwehr. Zunächst wird in einer Atemgeräteübungsanlage den Lehrgangsteilnehmern unter erschwerten Bedingungen das Tragen der Atemgeräte erläutert und demonstriert. In dieser Übungsphase sollen sie sich an das Gerät gewöhnen. Ebenfalls werden einige Teilnehmer in diesem Ausbildungsabschnitt die Grenzen ihrer psychischen Leistungsfähigkeit erfahren. Die Ausbilder wollen mit Sicherheit keine Angst erzeugen, sondern vielmehr das Vertrauen gerade in extremen Situationen zu dem eigenem Gerät sowie diese Situationen überstehen zu können. Sie achten sorgfältig darauf, daß die Angst bei den Teilnehmern nicht durchbricht oder diese gar in Panik ausartet.

In der Brandabwehrübungshalle, die zu einer der größten in ganz Europa zu zählen ist, begegnen die Lehrgangsteilnehmer erstmalig dem Feuer und erlernen hier die Technik und Verfahren, wie ein Feuer zu löschen ist. Die auftretenden Abgase und das verwendete Löschwasser wird mit einem einmaligen Aufwand mit Reinigungsanlagen gefiltert und gereinigt, so daß die Umwelt von Neustadt in keiner Weise zusätzlich belastet wird. Die für diesen Aufwand notwendigen zeitaufwendigen Forschungen und die Bauzeit dieser modernen Feuerlöschanlage nahm 10 Jahre in Anspruch. In der Halle können aus Übungszwecken Feuer mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden bekämpft werden. Es kann Wasser, Pulver oder auch CO2-Gas eingesetzt werden.

Schülerübungen in der Marineschule in Neustadt


Alle Möglichkeiten im Ausbildungszentrum konnten von den Schülern in der kurzen Zeit von einer Woche nicht wahrgenommen werden. In Rundgängen wurden ihnen alle Einrichtungen erläutert.

Der erste Abschnitt, den die Schüler bewältigen sollten war der Umgang und Einsatz von Rettungsmitteln. In einer theoretischen Unterweisung wurde ihnen der Einsatz der Rettungsweste mit Überlebensanzug demonstriert. Die Rettungsinsel war ebenfalls Gegenstand dieser Unterweisung. Anschließend wurde der gelernte Stoff praktisch in der Schwimmhalle geprobt.

Schwimmübungen
Zuerst wurde eine Rettungsinsel aktiviert. Bei Wellengang von immerhin ein Meter hohen Wellen mußten die Schüler von einem Podest (ca. 4 m Höhe) ins Wasser springen und die Rettungsweste aktivieren.
Mit angezogener Rettungsweste mußte die Rettungsinsel bestiegen werden, was sich für die Schüler als nicht einfach erwies. Die Ausbilder der Marine waren auch nach diesem Teil nicht mit Lob zurückhaltend. Für die Kürze der Ausbildungszeit hatten die Binnenschiffer sehr sicher den Umgang mit den Rettungsmitteln gelöst.

Aktiv wurden die Schüler weiterhin im zweiten Abschnitt, bei den Leckabwehrübungen in der Schiffssektion, dem Torso. Hier stellten sie ihre praktischen Erfahrungen unter Beweis und konnten schnell, trotz einströmendem Wasser, die Lecks stopfen oder abdichten.

Die verantwortlichen Ausbilder der Schule waren nicht zurückhaltend mit Ihrem Lob, denn ihrer Meinung nach hatten die Berufsschüler aus Duisburg die gestellten Aufgaben hervorragend gelöst.
Leckabwehr

Feuer löschen
Der letzte Ausbildungsabschnitt beschäftigte sich mit der Brandabwehr. Wieder wurden zuerst alle Möglichkeiten theoretisch im Unterrichtsraum erläutert. Die Binnenschiffer zeigten sich sehr wißbegierig. Anschließend ging es nach Anlegen von Schutzkleidung zur praktischen Übung in die Brandhalle. Die Binnenschiffer mussten alle möglichen Brände mit Pulver, Schaum, CO2-Löschern, Wasser und Schwerschaum bekämpfen. Ängste vor dem Feuer wurden durch die gefühlvolle Begleitung der beiden Mariner schnell genommen, so das wirklich jeder jedes Feuerlöschmittel einsetzen konnte.

Danach begleiten die Ausbilder die Binnenschiffer zum weiteren Ausbildungsabschnitt auf das Übungsschiff "Fregatte Köln". Hier brennt es zu diesem Ausbildungsabschnitt richtig. Jeder muß an Bord der Köln das Feuer löschen und zwar unter erheblich höheren Schwierigkeiten, wie in der Übungshalle. Die engen Bedingungen eines Kriegsschiffes weisen schon gegenüber der geräumigen Halle natürliche Hemmnisse auf. In all diesen Übungssituationen werden wie selbstverständlich alle Sicherungsmaßnahmen berücksichtigt und beachtet, so daß kein Lehrgangsteilnehmer nach menschlichen Ermessen gefährdet ist.

Neben den Aktivitäten an der Marineschule in Neustadt bereitete sich die Gruppe auf die Abschlußprüfung vor. Hierfür wurden die Stunden am Nachmittag und Abend genutzt. Auch die Freizeitaktivitäten kamen nicht zu kurz. Ein Höhepunkt war am Mittwochabend das Treffen aller Teilnehmer zu einem gemütlichen Abend in der Offiziersmesse. Gemeinsam wurden die letzten Tage diskutiert.

Am Freitag, den 18.11.2011 lautet die Devise, Abschied nehmen. Die Schüler fuhren mit vielen neuen Erfahrungen nach Duisburg zurück. Die Schiffssicherung hat für sie in den letzten Tagen einen neuen Stellenwert erhalten. Sicherheitsfragen rund um das Schiff werden nicht mehr nebenbei, sondern in Zukunft gleichberechtigt mit allen Fragen behandelt. Der Wechsel von Schule zu einem neuen Lernort bestärkte diesen Erfolg. So sollte der Besuch in Neustadt weiterhin dazu beitragen, Fragen der Schiffssicherheit nicht nur theoretisch sondern auch praktisch zu erfahren.


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