
Beschreibung
Der Flachwasserfahrsimulator SANDRA wurde speziell für die Schulung und Weiterbildung von Binnenschiffern und für die Bearbeitung flachwasserbezogener Projekte entwickelt. Die Anlage, die in den Räumen des Schiffer-Berufskollegs RHEIN installiert ist, umfasst fünf Fahrstände, die einzeln, aber auch interaktiv genutzt werden können. Alle Fahrstände sind so konfiguriert, dass eine Fahrt nach Sicht und/oder Radar möglich ist und nautische Aktivitäten wie Signal- und Lichterführung sowie Funkverkehr ausgeführt werden können.
Das Herzstück der Anlage bildet eine voll ausgerüstete Binnenschiffsbrücke mit Fahrstand. Das hochauflösende Sichtsystem mit 210° Sichtwinkel in Fahrtrichtung wird ergänzt durch drei Bildschirme für die rückwärtige Sicht. Die modulare Fahrkonsole kann sowohl für den Binnenschiffs- als auch für den Seeschiffsbetrieb verwendet werden.
Hinzu kommen vier weitere Fahrkabinen, die in erster Linie auf die Radarfahrt ausgelegt sind. Bildschirme, die einen 40°-Sichtwinkel abdecken, ermöglichen aber auch eine Fahrt nach optischer Sicht.

Neben der Ausrichtung auf die Binnenschifffahrt zeichnet sich der Flachwasserfahrsimulator SANDRA durch die Möglichkeit aus, die Simulationssoftware kontinuierlich aufgrund der Ergebnisse aktueller Forschungsvorhaben zu modifizieren und zu erweitern. Hierfür stehen im DST eine Entwicklungsstation mit Testfahrstand und ein Hochleistungsrechnercluster mit 240 Prozessoren für Online-Berechnungen zur Verfügung.
Ausstattungsmerkmale in Kürze
- Vollausgerüstete Binnenschiffsbrücke mit zusätzlichem Steuerstand für die Küstennavigation
- 210°-Voraussicht durch 7 Projektoren und Rücksicht durch Bildschirme
- 4 weitere Eigenschiffsfahrstände mit Bildschirm für die Voraussicht
- Eigenständige Entwicklungsstation mit Testfahrstand im DST
- Rechencluster für Online-Simulationen mit 240 Prozessoren
- Maximal 5 manuell gesteuerte Schiffe in einer Übung
- Maximal 100 zusätzliche Objekte in einer Übung
- Speziell für die Binnenschifffahrt angepasste Simulationssoftware


Anwendungsgebiete
Bei den am Simulator durchgeführten Fahrten können verschiedene Größen variiert werden, insbesondere
- der Schiffstyp einschließlich zugehöriger Komponenten (Propulsions- und Steuerorgane)
- das Fahrtgebiet (Wasserstraßen, Häfen, Brücken, Schleusen)
- die Verkehrssituation und
- die Umweltbedingungen (Tageszeit, Strömung, Wetter, Wassertiefe)
Hieraus resultieren zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten, die im Folgenden anhand einiger ausgewählter Beispiele verdeutlicht werden sollen.
1. Schulung
Im Rahmen der berufsschulischen Ausbildung werden an der Anlage nautische Grundkenntnisse unter realitätsnahen Bedingungen vermittelt (siehe: SANDRA - Pädagogisches Konzept).
Die Weiterbildungsangebote liegen in der Hand erfahrener Instruktoren. Neben Standardkursen, etwa zur Vorbereitung auf Patentprüfungen, ist die Vereinbarung individueller Trainingsinhalte möglich. Solche Spezialkurse können zum Beispiel dazu dienen, das Verhalten in kritischen Situationen zu trainieren oder die Schiffsführer mit neuen Schiffen beziehungsweise Schiffskomponenten vertraut zu machen; mit den Schulungen können aber auch andere Ziele verfolgt werden, zum Beispiel das Trainieren einer wirtschaftlichen Fahrweise. Alle Schulungsmaßnahmen profitieren von der hohen Ereignisdichte, die ein effektives und risikofreies Lernen ermöglicht. Unterstützt wird der Lernerfolg durch die Aufzeichnung und anschließende Diskussion der Übungen.
Schiffstypen im Flachwasserfahrsimulator (Auszug)

Gütermotorschiff 110 m beladen

Koppelverband 185 m beladen
leerer 4-er Schubverband

Fahrgastschiff 40 m

Fahrgastschiff 40 m

Polizeiboot
2. Entwicklungsaufgaben
Da Schiffe und Fahrtgebiete nach Bedarf modelliert werden können, besteht die Möglichkeit, bereits im Entwurfs- beziehungsweise Planungsstadium am Simulator bestimmte Tests durchzuführen. So bietet es sich beispielsweise an, ergänzend zu den Modellversuchen im Schlepptank das Fahr- und Manövrierverhalten neuer Schiffstypen beziehungsweise neuer Propulsions- und Steuerorgane vor Beauftragung der Werften am Simulator zu überprüfen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse geben dem Schiffbauer gegebenenfalls Hinweise, seinen Entwurf zu modifizieren.
Vergleichbare Aufgaben stellen sich auch bei der Hafenplanung. Hier kann zum Beispiel vor Beginn der Baumaßnahmen geprüft werden, inwieweit die vorgesehenen Wasserflächen im normalen Schiffsbetrieb ein sicheres Verholen der erwarteten Schiffsgrößen zulassen. Auch diese Ergebnisse wird der Planer gegebenenfalls zur Anpassung der vorgesehenen Maßnahmen heranziehen.
3. Systematische Analysen
Für eine Reihe von Aufgabenstellungen sind systematische Variationen bestimmter Einflussgrößen erforderlich. Dies gilt beispielsweise für die Ermittlung von Grenzwerten hinsichtlich der sicheren Beherrschbarkeit eines Schiffs; aber auch Untersuchungen zur Erfassung der Belastbarkeit und der Ermüdung bei unterschiedlichen Verkehrs- und Umweltsituationen sind hier zu nennen. Auch für derartige Aufgaben eröffnet der Simulator neue Perspektiven in der Bearbeitung.
Partner

Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme
Oststraße 77
D 47057 Duisburg
Tel.: +49 203 99369-0
Fax.: +49 203 361373
Email:
dst@dst-org.de
Internet:
http://www.dst-org.de

Schiffer Berufskolleg RHEIN
Bürgermeister-Wendel-Platz 1
D 47198 Duisburg
Tel.: +49 2066 2189-10
Fax.: +49 2066 2189-20
Email:
sandra@schiffer-bk.de
Internet:
http://www.schiffer-bk.de

Arbeitgeberverband der deutschen Binnenschifffahrt
Schulschiff RHEIN
Rheinanlagen / Stadthafen
D 47198 Duisburg
Tel.: +49 2066 2288-0
Fax.: +49 2066 2288-22
Email:
info@schulschiff-rhein.de
Internet:
http://www.schulschiff-rhein.de
[Quelle: Flyer DST]
Weitere Informationen
==> siehe: Geschichte Radarsimualtoren am SBKR
==> siehe: Einweihung SANDRA
==> siehe: SANDRA - Pädagogisches Konzept
